Events & Pakete
Eventplaner-Website: Stimmung zeigen, Pakete verkaufen
mekyn Redaktion
Eine starke Eventplaner-Website lebt von Portfolio statt Stockfotos, klaren Paketen, transparenten Preisen und einer ruhigen Buchungsstrecke. So gelingt der Auftritt.
Wer ein Fest plant, sucht kein Portfolio mit perfekten Models unter Studioblitzen — sondern Antworten auf sehr konkrete Fragen: Schafft ihr das, was ich mir vorstelle? Was kostet das? Könnt ihr an meinem Datum? Wer steht am Tag selbst hinter dem Konzept? Eine Eventplaner-Website ist dann stark, wenn sie diese Fragen ohne Klicken, Scrollen oder Rückfragen beantwortet — und zwar in einer Stimmung, die Lust auf den nächsten Schritt macht.
Portfolio statt Stockfotos
Der erste Reflex vieler Eventplaner:innen ist eine Galerie mit Hochglanzaufnahmen aus vergangenen Events. Das Problem: Je generischer die Bilder wirken, desto weniger Glaubwürdigkeit entsteht. Pauschal lizenzierte Stockfotos erkennt jede:r sofort — und der Verdacht, dass die echten Referenzen fehlen, liegt nahe.
Stärker wirkt eine dokumentierte Auswahl realer Veranstaltungen, mit kurzen Bildunterschriften, die Setup, Location und Personenzahl nennen. Eine Hochzeit mit 80 Gästen in einer Scheune, ein runder Firmengeburtstag mit 40 Personen, eine Produkteinführung mit 120 Gästen — drei Fälle, drei Stimmungen, drei Anlässe. Wer sich darin wiedererkennt, kontaktiert euch.
Was ins Portfolio gehört
- Pro Event: fünf bis acht Aufnahmen in konsistentem Look. Lieber weniger, dafür aus einem Guss.
- Eine Kurzbeschreibung: Anlass, Größenordnung, besondere Wünsche der Kund:innen, was eure Aufgabe war.
- Echte Namen statt „Event A” oder „Vertraulich”. Wer unsichtbar bleiben muss, darf unsichtbar bleiben — aber dann wenigstens ein ehrlicher Hinweis („auf Wunsch der Kund:innen anonymisiert”).
- Saisonale Streuung. Wer im Hochsommer nur Indoor-Bilder zeigt, wirkt für Juli-Anfragen unpassend.
Wer noch keine aussagekräftige Referenz hat, kann mit einem ehrlichen Satz beginnen: „Unsere ersten zehn Events dokumentieren wir gerade — Anfragen für ein Probe-Styling sind willkommen.” Das schafft Vertrauen statt Misstrauen.
Pakete statt „auf Anfrage”
Der Satz „Preis auf Anfrage” ist auf Eventplaner-Websites allgegenwärtig — und er kostet Anfragen. Wer eine Hochzeit mit 80 Gästen plant, will vorher wissen, ob ein Planer zwischen 3 000 und 8 000 Euro oder zwischen 15 000 und 30 000 Euro kostet. Ist die Spanne zu groß, schreibt die Person lieber niemanden an.
Transparente Pakete mit klaren Inhalten und Richtpreisen helfen beiden Seiten. Drei Stufen reichen meistens:
| Stufe | Leistung | Richtpreis-Spanne |
|---|---|---|
| S | Beratung + Tagesplanung, Konzept, Ablauf, Koordination am Tag selbst | ehrlich ausweisen |
| M | Konzept, Buchung aller Dienstleister, ganztägige Koordination, Dekoration-Light | ehrlich ausweisen |
| L | Full Service inkl. Konzept, Buchung, Auf- und Abbau, Personal vor Ort, On-Site-Management | ehrlich ausweisen |
Wichtig ist, dass die Leistungsunterschiede konkret beschrieben sind, nicht nur „mehr Stunden” oder „erweiterte Betreuung”. Wer den Unterschied nicht in Worte fassen kann, kann ihn auch nicht liefern.
Was Preistransparenz nicht ausschließt
Auch mit Richtpreisen bleibt Raum für individuelles Angebot: Sonderwünsche, Reisekosten, Aufschläge an Wochenenden oder Feiertagen. Diese Posten gehören offen als Hinweis auf die Seite, nicht in den Kleingedruckten. Eine „Was im Preis enthalten ist”-Sektion schlägt die übliche „zzgl. MwSt., zzgl. Nebenkosten”-Formulierung um Längen.
Die Buchungs-Strecke
Die schönste Website hilft wenig, wenn die Anfrage-Strecke Stolpersteine hat. Drei Punkte entscheiden, ob aus Interessierten auch Kund:innen werden:
- Eine eindeutige Hauptaktion. Pro Seite ein sichtbares „Anfrage senden” oder „Verfügbarkeit prüfen”. Nicht sieben Buttons, nicht „schreiben Sie uns einfach”.
- Ein Formular mit Pflichtfeldern, die echte Antworten liefern: Veranstaltungsdatum, Location (oder Wunsch-Region), ungefähre Personenzahl, Art des Anlasses, Budget-Spanne. Wer sich nicht grob festlegt, lässt sich schlechter einschätzen.
- Eine ehrliche Antwortzeit. „Wir antworten innerhalb von 48 Stunden” ist glaubwürdiger als „Wir melden uns umgehend”. Wer schneller ist, übertrifft die Erwartung; wer langsamer ist, enttäuscht sie nicht.
Eine kurze automatische Bestätigung („Wir haben deine Anfrage erhalten — Antwort folgt bis …”) beruhigt und schließt das Kapitel „Ist die Mail überhaupt angekommen?” zuverlässig.
Rechtliches, das auf die Seite gehört
Veranstaltungsplanung ist kein rechtsfreier Raum. Drei Punkte gehören sauber auf jede Eventplaner-Website:
- Impressum mit vollständigen Kontaktdaten, vertretungsberechtigter Person und, soweit vorhanden, der zuständigen Aufsichtsbehörde (§ 5 DDG).
- Allgemeine Geschäftsbedingungen als verlinktes Dokument, nicht nur als Fließtext in der Fußzeile. Wer ein Gewerbe nach § 14 GewO ausübt, braucht klare Regeln zu Stornofristen, Haftung und Mitwirkungspflichten.
- Datenschutzerklärung, die konkret beschreibt, was mit Anfragedaten, Gästelisten und Foto-Material passiert. Pauschalverweise auf „Google Analytics” oder ähnliches genügen nicht — wer Tracking nicht einsetzt, sollte das ehrlich sagen.
Wer Veranstaltungen im öffentlichen Raum oder gewerblich mit Ausschank plant, sollte zusätzlich klären: Reichen Konzessionen? Braucht es das Veranstaltungsgewerbe nach § 14 GewO? Bei Schausteller- und Belustigungsangeboten kann zusätzlich das Schausteller-Gewerbe greifen. Das ist keine Aufgabe der Website, aber eine, die im Erstgespräch Vertrauen schafft, wenn ihr sie kennt.
Was die Seite noch leisten muss
Drei Dinge, die neben Portfolio, Paketen und Buchung den Unterschied machen:
- Verfügbarkeits-Indikator. Ein einfacher Hinweis „Aktuell nehmen wir Anfragen für Q3/2026 an” spart Absagen.
- Klare Stimmen. Testimonials mit Vor- und Nachnamen sowie Anlass wirken überzeugender als generische Sterne-Bewertungen.
- Mobilfähigkeit. Über 70 Prozent der Anfragen kommen vom Smartphone. Wenn das Portfolio dort unscharf oder zäh wird, springen Interessent:innen ab.
Eine Eventplaner-Website muss kein Hochglanz-Magazin sein. Sie muss zeigen, wer ihr seid, was ihr liefert und wie der nächste Schritt aussieht. Wer diese drei Fragen klar beantwortet, gewinnt die Anfragen, die zur eigenen Auslastung passen — und vermeidet die, die es nicht tun.